Wie haben sich die Reisegewohnheiten seit der Pandemie verändert?

Wie haben sich die Reisegewohnheiten seit der Pandemie verändert?

Das Jahr 2020 wird vielen als das Jahr der Pandemie, der Abriegelungen und der Schließung vieler Grenzen in Erinnerung bleiben. Dieses Jahr veränderte die Lebensweise, an die viele Menschen gewöhnt waren, radikal und löste viele Trends im Tourismus aus.

Heute ist die COVID-Pandemie immer noch nicht überwunden, und viele Einschränkungen für Reisende sind immer noch in Kraft. Aber haben die Menschen das Reisen aufgegeben? Nein, ganz und gar nicht. Es ist nur so, dass die Pandemie die Menschen dazu gebracht hat, an andere Orte zu reisen, manchmal an sehr seltsame Orte (die wir unter anderen Umständen vielleicht nie besucht hätten). Wir sagen Ihnen, wie sich das Reisen in letzter Zeit sonst noch verändert hat.

Wie hat sich der Tourismus nach 2020 verändert?

Angesichts geschlossener Grenzen und eingeschränkter Reisemöglichkeiten haben viele Menschen den Wert des Reisens neu überdacht. Als Reaktion auf diesen „Rückzug“ gibt es einen Trend, das zu besuchen, was buchstäblich „um die Ecke“ von zu Hause liegt. Es handelt sich um eine Art „Mikrotourismus“, wie zum Beispiel:

  • Ein paar Tage wegfahren, um einen Bauernhof oder ein Museum zu besuchen;
  • Ausflüge außerhalb der Stadt, um an einem handwerklichen oder kulinarischen Meisterkurs teilzunehmen, der von lokalen Erzeugern organisiert wird;
  • Einfache Ausflüge an die frische Luft und Besuche von Orten, die ein paar Autostunden entfernt sind.

Dieses Konzept passt gut zu den aktuellen Vorstellungen von maßvollem Konsum und allgemeinem Umweltbewusstsein. Reisende engagieren sich zunehmend für die Erhaltung der Ökosysteme, die sie besuchen. Touristen pflanzen Bäume, pflegen wilde Tiere, beteiligen sich am Aufbau von Infrastrukturen für die Einheimischen, teilen ihr Wissen über ein bestimmtes Gebiet und geben es an die Einheimischen weiter.

Ein weiterer Trend ist der Medizintourismus, der sich auf die Gesundheitsfürsorge bezieht, sowohl auf präventive als auch auf restaurative Maßnahmen.

Ein Konzept namens „Bleisure“ gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Dabei handelt es sich um einen englischen Neologismus, der sich aus den Wörtern „Business“ und „Leisure“ zusammensetzt. Bei diesem Trend geht es um die Kombination von Arbeit und Urlaub, wobei die einzige Bedingung die Verfügbarkeit eines schnellen und stabilen Internets ist. Dieser Gedanke liegt vor allem denjenigen am Herzen, die aus der Ferne arbeiten.

Welche Reisetrends sind im Moment im Kommen?

Glamping

Nach dem Modus der Selbstisolierung haben viele Menschen verstanden, wie langweilig es ist, lange in vier Wänden zu bleiben, sie haben ein gesteigertes Bedürfnis nach Erholung in der Natur. In diesem Zusammenhang erfreut sich das „Glamping“ (kurz für „glamorous camping“) großer Beliebtheit, bei dem man einerseits in der natürlichsten Umgebung, andererseits aber auch – im Vergleich zu den traditionellen Zelten – in einer sehr komfortablen Unterkunft leben kann.

Wie haben sich die Reisegewohnheiten seit der Pandemie verändert?

Champing

Im Allgemeinen ist die Tendenz, in Nicht-Standard-Einrichtungen auf der ganzen Welt leben nur noch zunehmen. So, erst vor kurzem in England begann, Popularität zu gewinnen Konzept, genannt „Champing“. Dieser Bereich des Tourismus beinhaltet Übernachtungen in verlassenen historischen Kirchen. In der Miete sind ein Bett, Kerzen und Laternen enthalten, und gegen eine zusätzliche Gebühr kann man sogar Frühstück bestellen.

Die Idee wurde vom Church Conservation Trust entwickelt, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, die das Geld aus den Übernachtungen von Touristen für den Erhalt von Kirchen spendet. Es gibt bereits 14 Kirchenkomplexe als Campingplätze.

Langsamer Tourismus

Diese Art des Reisens ist heute bei Touristen sehr beliebt. Die Gründe für diese Beliebtheit liegen auf der Hand: Der langsame Tourismus ist aus der Slow-Food-Bewegung hervorgegangen, die sich gegen Fast Food wendet. Die Idee des langsamen Tourismus ist in etwa dieselbe: die Urlaubszeit zu spüren und jeden Moment zu genießen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, den Wettlauf um den Besuch aller „Must-See“-Orte aufzugeben und sich an dem Motto zu orientieren: „Weniger sehen, aber besser“.

Alle Experten der Reisebranche sind sich einig, dass sich dieser Trend in Zukunft weiterentwickeln wird. Denn die Touristen haben sich schon vor der Pandemie für den langsamen Tourismus entschieden, als sie begannen, die Philosophie des bewussten Reisens zu praktizieren. Dazu gehören ein achtsamer Umgang mit den Orten, die Bedeutung der Unterstützung der lokalen Gemeinschaft, die Verantwortung bei der Auswahl der Reisebegleiter und die Notwendigkeit, vollständig in die Kultur und Traditionen des Ortes einzutauchen.

Wie haben sich die Reisegewohnheiten seit der Pandemie verändert?

Autorenreisen

Ein weiterer Reisetrend nach dem Ausbruch der Pandemie ist die Verlagerung vom klassischen Pauschaltourismus zu individuellen Autorenreisen. Dies wird durch Zahlen bestätigt: In diesem Jahr ist die Zahl der Suchanfragen nach „Autorenreisen“ um 20 % gestiegen. In vielen Ländern hat sich das Konzept der Erlebnisreisen in kleinen Gruppen zu einer starken Alternative zu den Standardangeboten entwickelt und ist bei den Reisenden sehr beliebt.

Virtuelle Reisen

Dank Foto- und Videotouren können Sie jeden Ort auf der Landkarte von zu Hause aus besuchen. Virtuelle Reisedienste ermöglichen es Ihnen, dies kostenlos zu tun, und einige von ihnen imitieren Gespräche mit anderen Reisenden und spielen Geräusche ab.

Mit Hilfe von Art Project von Google können Sie sich beispielsweise einige der besten Gemälde der Welt ansehen. Und auf Earthcam.com können Sie das Leben von Menschen aus aller Welt beobachten. Und doch ist die Erfahrung der virtuellen Realität in der Regel kurz und nicht mit einem echten zweiwöchigen Urlaub zu vergleichen.


No more posts
No more posts