Wo liegt die Grenze zwischen Taktlosigkeit und Direktheit?

Wo liegt die Grenze zwischen Taktlosigkeit und Direktheit?

Einerseits respektieren wir Menschen, die die Wahrheit ehrlich und offen sagen, die nicht wackeln und die ihre Meinung offen sagen. Andererseits kann eine solche Wahrheit jemandem nicht gefallen oder uns selbst nicht gefallen, kann beleidigen und kränken. Und wie können wir dann eine solche Person als taktlos, unhöflich oder unfreundlich bezeichnen?

Natürlich muss man jeden einzelnen Fall analysieren, man muss die persönlichen Eigenschaften der Person berücksichtigen. Im Allgemeinen gibt es einen schmalen Grat zwischen Taktlosigkeit und Direktheit. Ich schlage vor, dass wir uns mit diesem Thema eingehender beschäftigen.

Hier sind die wichtigsten Ansatzpunkte, die helfen, diese Grenze zu ziehen.

1. Die Fähigkeit, einen Dialog zu führen

Ein taktloser Mensch ist wie ein Maschinengewehr, das eine Meinung abfeuert. Es ist wichtig, dass er/sie sich äußert, dass er/sie alles ausschüttet, was sich in Bezug auf dieses Objekt oder Thema angesammelt hat. Das wird oft vergessen und mündet in pauschale Kritik, die alles und jeden beschuldigt. Aber eine andere Meinung ist nicht bereit, zuzuhören – läuft weg, unterbricht, beginnt den Gegner zu kritisieren.

Einfach geradlinige Person, die nicht in giftige Taktlosigkeit abrutscht, ist in der Lage, einen Dialog zu führen, sich andere Meinungen anzuhören. Drückt sich aus, gibt anderen die Möglichkeit, sich zu äußern, ist diskussionsfähig. Er ist am Meinungsaustausch interessiert, er ist eine Quelle der Weltkenntnis und der Selbstentfaltung.

2. Er versteht, dass seine Meinung gehört werden will

Der taktlose Mensch kümmert sich nicht darum, ob man seine Meinung hören will oder nicht. Ob sie im Moment angebracht ist oder nicht. Was andere gerade tun, usw.

Ein geradliniger Mensch, der sich an die Grenzen des Anstands hält, äußert sich, wenn er nach seiner Meinung gefragt wird. Oder wenn das Umfeld einer solchen Diskussion förderlich ist. Wenn es nicht in Anschuldigungen unter dem Deckmantel der Wahrheitsfindung ausartet.

3. Ist er/sie bereit, es zu erwidern?

Unsensible Menschen sind oft extrem intolerant, wenn es darum geht, Kritik zu erwidern. Sie reagieren extrem negativ auf die Spiegelung ihrer eigenen Verhaltensmuster.

Ein geradliniger Mensch, der jedoch in der Lage ist, sich selbst zu respektieren und andere zu achten, spricht mit so viel Schärfe und Härte, wie er bereit ist, als Antwort zu akzeptieren. Er wird nicht weglaufen, beleidigt sein oder sein Gegenüber gewaltsam angreifen.

4. Bewusst oder unbewusst über das eigene Verhalten

Der taktlose Mensch lebt oft in diesem Modus. Eine solche Person ist sich nicht bewusst, wie sie von außen aussieht. Sie merkt nicht, wie unangemessen sie ist.

Gerade ein geradliniger Mensch ist sehr selbstkritisch mit sich. Er weiß selbst, dass er direkt und barsch sein kann, dass er nicht schweigen wird. Deshalb steuert er sein Verhalten trotzdem. Er kennt die Grenzen und das Maß.

5. Bewusstsein für persönliche Grenzen

Hier geht es darum, was die Person fühlt: Verletzt sie die Gefühle des Gesprächspartners, verletzt sie seine Ehre und Würde?

Der Taktlose ist mit dem Thema der persönlichen Grenzen nicht sehr vertraut. Noch viel weniger versteht er die Grenzen der anderen.

Ein geradliniger Mensch, der sich „unverfälscht“ verhält, wählt eine angemessene Tonlage, ein angemessenes Format, eine angemessene Ausdrucksweise. Er oder sie wird nicht die Grenze überschreiten, die Gefühle verletzt.

Fazit

Über dieses Thema können wir viel reden. Jeder bringt seine eigenen Beispiele vor. Die Hauptsache ist, dass man lernt, die Grenze der Angemessenheit zu erkennen, sein Verhalten zu analysieren und sich gegen diejenigen zu wehren, die sich bis zur Unanständigkeit verhalten.

Mark Twain sagte zu diesem Thema sehr weise:

„Die Wahrheit sollte wie ein Mantel serviert und nicht wie ein nasses Handtuch herumgeworfen werden“.


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